Wir empfehlen allen Patienten einen regelmässigen DH-Recall: eine
periodische Sitzung bei der Dentalhygienikerin (DH) oder/und der Prophylaxeassistentin
(PA). Der Ablauf dieser Sitzungen ist unterschiedlich und wird nachfolgend
beschrieben. Teil der Behandlung ist immer auch eine Kontrolle von Zahnfleisch
und Zähnen, so dass diese nicht anlässlich eines weiteren Termins
vom Zahnarzt durchgeführt werden.
Angebot bezüglich Zahnfleischbehandlungen
DH- und PA-Sitzungen (regelmässige Recall-Sitzungen)
Feststellung von Veränderungen in allgemeinmedizinischer Hinsicht
(Bitte teilen Sie uns allfällig neu aufgetretene Befunde mit!)
Erstellung eines Befundes (Taschenmessung etc.).
Karieskontrolle, evt. Herstellung von Röntgenaufnahmen.
Zahnsteinentfernung, Entfernung von Belägen und Verfärbungen.
Besprechung von Mundhygienemitteln und Gewohnheiten.
Festlegung des Intervalls zwischen den Sitzungen.
Unterschied zwischen PA- und DH-Sitzungen
Die Prophylaxeassistentin (PA) beschränkt sich auf eine Zahnreinigung
und Zahnsteinentfernung "oberhalb" des Zahnfleisches (bei den
sichtbaren Zahnteilen). Wenn sich Zahnstein auch unterhalb des Zahnfleischrandes
gebildet hat, muss er von der Dentalhygienikerin (DH) entfernt werden.
Da diese Reinigung naturgemäss tiefer geht, kann sie spürbar
schmerzhafter sein als bei einer PA-Sitzung.
Entstehung und Verlauf von Parodontitis
Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates
(Zahnfleisch und Kieferknochen). Als Hauptursache gelten verschiedene
Bakterien in der Mundhöhle, wobei das Ausmass der Schädigung
des Gewebes und Knochens von zahlreichen verschiedenen Faktoren abhängt,
die nur zum Teil beeinflussbar sind ("systemische" und "exogene"
Risikofaktoren):
Das Zusammenwirken aller oder einiger dieser Faktoren bestimmen die Reaktion
des Körpers sowie das Ausmass der Paradontitis.
Zweck der DH-Behandlung im Zusammenhang mit Parodontitis
Durch die regelmässige Entfernung von Bakterienbelägen und Zahnstein
wird der Entzündungsgrad reduziert, so dass die Gewebezerstörung
herabgesetzt wird. Zusätzlich soll die individuelle Mitarbeit und
Mundhygiene des Patienten optimiert werden.
Generelle Rolle von gesunden Zähnen und Zahnfleisch
Es ist heutzutage erwiesen, dass Allgemeinerkrankungen als Folge eines
erkrankten Zahnhalteapparats auftreten können. Bei einigen Erkrankungen
ist der Zusammenhang absolut erwiesen, bei vielen besteht die Vermutung
und muss noch definitiv nachgewiesen werden:
Diabetes (Zucker): Kontrolle der Parodontitis ist unabdingbar für
eine gute Einstellung des Diabetes
Nierenerkrankungen
Pneumonien (Lungenentzündungen)
Hirnblutungen (Infarkt)
Osteoporose
Bei diversen Allgemeinerkrankungen sind genau dieselben Bakterienarten
mitverantwortlich wie bei der Parodontitis.
Einfluss von Rauchen auf Parodontitis
Rauchen ist ein wesentlicher Risikofaktor für das Auftreten von Parodontitis.
Zigarren und Pfeifen haben den gleichen Einfluss wie Zigaretten. Das Risiko
für das Auftreten einer schweren Parodontitis ist bei Rauchern um
das Vierfache erhöht. Abstinente Raucher erreichen erst nach 10 Jahren
wieder den Risikograd von Nichtrauchern. Die Entzündungszeichen sind
bei Rauchern unterdrückt, die unmittelbar schädigenden Folgen
sind: Speichelverminderung, geringere Durchblutung des Gewebes, schlechte
Wundheilung, schlechte Immunantwort. Nikotin hat zusätzlich einen
direkt schädigenden Einfluss auf die Gewebezellen in der Mundhöhle.
Bei Parodontitis-Erkrankten, die nicht oder nur schlecht auf zahnärztliche
Behandlung ansprechen, sind 90% Raucher. Generelle Empfehlung bei Operationen:
mindestens 10 Tage vorher mit Rauchen aufhören - für eine verbesserte
Knochenheilung: 8 Wochen vorher aufhören!
Einfluss von Stress auf Parodontitis
Durch Stress werden Enzyme im Körper freigesetzt (Prostaglandine,
Proteasen), die den Gewebeabbau fördern. Zusätzlich kommt es
zu einer Abwehrschwäche des Immunsystems.
Erklärung von einzelnen Abläufen oder Behandlungsweisen
In unserer Praxis wird im Verlauf von mehreren DH Sitzungen beurteilt:
wie die Mitarbeit des Patienten bezüglich Mundhygiene ist.
welches die Risikofaktoren des Patienten sind.
wie der Patient auf "konventionelle" Behandlungsmethoden
reagiert.
welches die Hauptprobleme des Patienten sind.
wie gross das Interesse an einer weitergehenden Zahnfleischbehandlung
ist.
Bei lokal eingegrenzten Problemen können in einer DH-Behandlung
die folgenden zusätzlichen Methoden angewendet werden:
- Actisite
- Periochip
- Atridox
Bei weitergehenden oder generellen Problemen wird zuerst eine Analyse
der Bakterien mittels IAI
Padotest 4.5 vorgenommen:
Im Rahmen von Zahnfleischoperationen kann allenfalls lokal verloren gegangenes
Gewebe mittels einer Behandlung mit Emdogain
regeneriert werden.